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ab Juni 2008



special


Schwimmbadfotos:
Kitty Kleist-Heinrich

The Best of Rest of Cora Frost

Vor 25 Jahren machte sich CORA FROST auf, auf die REISE zur MUSIK. In einem von ihrem Vater geliehenen Ford Consul, vollbepackt mit 6 Musikern, Requisiten, eine riesige TROMMEL auf dem Schoss, und einem PAPPKLAVIER auf dem Dach, und einer Tür die ständig herausfiel. Und mit dabei war auch ein kleiner batteriebetriebener ROTER PLATTENSPIELER: “male ROSEN in den SCHNEE, oder Herzen in den Sand, aber male nicht den TEUFEL an die Wahand…”

Es war eine herrliche Reise, durch viele Länder, Zeiten, und mit vielen wunderbaren MENSCHEN, viel Musik und ABENTEUERN.

In den 90ger Jahren erschien dann plötzlich ein riesiger leuchtender sirrender flirrender tönender Kometenschwarm am HIMMEL; die vielen kleinen KOMETEN zogen gackernd und fröhlich ihre langen Kometenschweife hinter sich her. Einige fliegen immer noch hoch im Äther, im goldenen BÜHNENLICHT, einige sind verglüht, verschwunden oder verschollen, im DSCHUNGEL oder in postgastritischen Dinnershows, im Geklimper zierlicher DESSERTLÖFFELCHEN, oder im Fernsehen. Andere sind so hoch wie tief gefallen, so tief, dass kein PUBLIKUM mehr dorthin folgen möchte. LIFESEX, Drogen, Pornoshows, zwielichtige Performances und Stadttheater…

Aber plötzlich steht sie barfuss vor einem: die FROST. Und Sie rafft noch einmal ihre SCHMUTZIG gewordene Schleppe, der Kometenschweif hinter ihr glüht. Sie SCHÜTTELT ihre glühende Schleppe aus und heraus fallen viele STERNE, die sich im Flug darin verfangen haben. Und du versuchst sie schnell in die Tasche zu stopfen, eh sie fortfliegen, aber sie brennen Dir sofort Löcher in die Taschen! All diese Sterne BRENNEN Löcher und FLIEGEN wieder hoch, irgendwohin, in die Weiten.

- Und wir bleiben zurück und staunen ….

Und jetzt ist es Zeit zu FEIERN, denn gefeiert muss auch mal werden! Die Musik, das LEBEN, die Reisegefährten. Wie schön war es und ist es!

Und alle marschieren sie dazu wieder auf, eine kleine wilde Schar, angeführt vom ENGEL des Bizarren, CORA FROST: die dicke Marie, die brennende Zwergin Paula Maus, Ljuba im KOHLFELD, die so wunderbar KÜSST, die betende Bäuerin im KUHSTALL, Inge, die alles aufisst,…

Und sie STAMPFEN und singen und lärmen und JOHLEN und ich werde Musik hören, da ist Musik! Man muss nicht fallen. Ich hör Musik, dorthin kehr ich zurück!

Mit dabei: Der smarte TONI NISSL Shang-ha-i, der berüchtigte GARY-o-War SCHMALZL und natürlich: GERT THUMSER, SCHICKSALSGEFÄHRTE von Frau FROST.

Ein Paar wie Cäsar und Kleopatra, Cäsar und Brutus, Don Quichotte und Sancho Pasa, oder eben: GINGER und FRED.

Wenn du FROST fragst, was sie vom Leben hält, wird sie dich einfach stehen lassen. “Kümmre dich um deine Angelegenheiten, ich kümmere mich um meine”.

Wie du mir so ich dir, so einfach ist das. Früher sagte man leben und leben lassen.

Noch irgendwelche Fragen ?

THE BEST OF REST OF CORA FROST

Mit Cora Frost und echter Kapelle. Mit Musik und Beleuchtung!
Sehen sie Nissl Schmalzl Thumser Frost in Kostümen, beim Tanz und auch am Gesang.

 

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ab 27.10.2007

Superparadies

Aachen im Jahre 2030. Ein Schreckensszenario. Gott ist tot. das theater ist tot, strassen, häuser, tiere, pflanzen, tot; selbst der himmel scheint gestorben und fahl. Nur eine kleine wohlhabende elite lebt in einem luxuriösen bunkersystem ihr second second life. Der rest der bevölkerung vegitiert in erdlöchern und leerstehenden ruinen vor sich hin. Nach einer großen Katastrophe oder einer verheerenden wirtschaftlichen Krise sind die Aachener Kulturstätten verödet. Auch das Theater steht leer, bzw. fast leer! Denn auf der großen Bühne hat sich eine obdachlose Familie häuslich eingerichtet. Und die beschließt, ihre ungewöhnlichen Talente einzusetzen um die Bühne wieder zu beleben. Und obwohl die Grossmutter bettlägrig und die Tochter wird von Visionen heimgesucht wird, soll doch eine gute Show gegeben werden. Da wird gesungen, gespielt und gezaubert, was die Bretter hergeben.

Cora Frost, schillernde chansonniere und einfühlsame Regisseurin, die dem Theater Aachen eine wunderbar leise Inszenierung des Fassbinder Klassikers „Angst essen Seele auf“ geschenkt hat, lässt die Figuren dieser Familie in einem „Aachener Zukunft-Märchen“ singend und spielend lebendig werden, mit eigenen und anderen bekannten Liedern und Schlagern.

Alles schien tot.
Aber sie glaubten, die nacht würde weichen, und die dunkelheit verschwinden. Sie glaubten, ein sonnendurchfluteter tag würde kommen und sie würden den tag feiern! Mit allen zusammen! Als die welt düster war und dunkel, und alles verloren schien; als die letzten kulturschaffenden nur noch an arnold schwarzenegger geglaubt hatten, da traten sie nach vorne, ins licht, auf die bühne, und spielten theater: Familie kranich!

Familie kranich`s magisches schautheater präsentiert

Superparadies

Die letzte grosse gala der theaterwelt, der letzte garten eden
Mit echten darstellern!

Welcome, willkommen in unserer welt, in unserem haus!
Willkommen im schoss der familie-
It`s an old world, it`s a new world,
es ist eine alte welt und eine neue welt,
let`s start again, wir fangen neu an,
now, jetzt:
Glamour glitter und golden days
Ein aussergewöhnliches familientreffen
Ein festliches programm par exzellance
Eine intern. Non-stop-revue der wunder
Eine unvergessliche atmosfere die sie nie vergessen werden
Ein haltepunkt in der arena der gefühle
Noch einmal schnitzeltag für alle
Wie im internet –nur hier!
Mit grossem pferdetheater, naturkatastrophen und echten lebenden darstellern!
Mit der Bezaubenrden christine, der sensationellen tante li, und dem fliegneden jürgen!
Endlich wieder musik!
La famille chantera, la maison chantera, and even la montagne chantera pour toi!

 

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zucker und butter geht AB MÄRZ 2007 weiter auf tournee mit den zuckerjungs. guten appetit!


Nie ganz von dieser Welt
Musterbeispiel eines Liederabends

Das Junge Theater präsentierte in der Schwankhalle die großartig-unberechenbare Berliner Chanteuse Cora Frost mit Ihrem Liederprogramm „Wir waren auch in Zucker und Butter“.

Ganz bei sich. Regungslos. Verzückt im Genuss wie ein Raucher beim Inhalieren seines Lieblingskrauts. Dazu drei Musikanten, die auf Ihren Tasten, Saiten und Becken nur die Verstrebungen des Songgerüstes andeuten. In den Minimalismus hineingetupft: Cora Frosts anmutiger Gesang. In devoter Leidenschaft ganz im Dienste von Georges Harrisons „While my guitar gently weeps“. Musterbeispiel eines Liederabends.

Und recht nah an der somnabulen Intensität mit der sich die Berliner Chanteuse immer so gern und so geschlechterrollen-verwirrend durchs Repertoire der Liebesthemen und anschließendem Sexualproblematiken schmachtet. Jetzt aber genau damit den Gegenentwurf Ihres neuen Chansonrock-Theaterabends definiert. Und so Ihr kraftvoll überarbeitetes Konzept verdeutlicht. „Wir waren auch in Zucker und Butter“ heißt das Programm.

Und meint: Entkaramelisiert Euch, ihr Mühseligen und Beladenen, schmeißt alles weg, ihr Menschen und Lieder. Wie das geht? Cora Frost animiert, frivol ironisch, das Publikum alle allen Tand des Daseins zu Ihr auf die Bühne werfen. Während die Sängerin sich beiläufig, abwesend, im Schnoddersingsang ihren Songs nähert – wie langweilig gewordenen, aber guten Freunden. Das wirkt halbherzig, ist aber doppelherzig!

Cora Frost entkleidet die Songs, untertreibt, und überzieht sie dann theatralisch ins Kecke, hüllt Sie in schrille Fummel des Obskuren. Jede Darbietung eine Jagd ins Ungewisse. In aller Rasanz werden die eigenen und fremden Lieder vom Naheliegenden, von den Klischees befreit, in der Dynamik für Rollenspiele geöffnet. Von der leidenschaftlichen Abgeklärtheit einer Marlene-Dietrich-Parodie bis zur verzweiflungstrunkenen und sowieso betrunkenen Emphase einer Beth Orton, von der Marylin Monroe-Sexyness im langen Herauswinden des rechten Hüftknochens bis hin zur irrwischend anarchiewilligen Energie der Patti Smith.

Übermütig, traumtänzerisch, ratlos am Leben erkrankt. Interpretationen im permanenten Wechselspiel von Suchen und Finden, verfehlen und neu behaupten. Dabei feiert Frost mit wendiger Stimme ihre charmant picklige Song-Poesie – und nimmt besonders scharf jede Intonationskurve. Gesängliche Purzelbäume werden zunehmend als Salti inszeniert.

Was Reibungskräfte freisetzt, irritiert. Cora Frost: immer unterwegs, unberechenbar, angreifbar. Nie verbindlich. Nie ganz von dieser Welt. Und so Ihre Geheimnisse auch wahrend. Ein brüchiger, aufreibender – großartiger Abend.

Taz, Bremen

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